Mit dem Moped über Sumbawa – wo ein Gänsehautmoment auf den nächsten folgt

Heute vor einem Monat war ich noch auf der Insel Sumbawa, wo sich ein traumhafter Strand und ein wunderschöner Sonnenuntergang an den nächsten reihte. Jetzt schaue ich aus dem Fenster meiner Wiener Quarantäne-Wohnung und sauge jeden Sonnenstrahl der seinen Weg auf meine Haut findet förmlich auf – einerseits mich fragend ob ich die letzten Tage in Indonesien hätte noch mehr schätzen sollen, andererseits immer noch fassungslos über und dankbar für die wunderschönen Erlebnisse die Sumbawa mir bereitet hat…

Von Gili Air ging es mit der Fähre weiter auf die Insel Lombok, die laut Reiseführer Bali ähnelt, aber weniger überlaufen und authentischer ist, und trotzdem eine gute touristische Infrastruktur bietet. Da ich mich selbst nicht traue Moped zu fahren, hatte ich als Startpunkt den Surferort Kuta gewählt, wo es wohl alles gibt, das man als Touristin braucht, und der ca. 2 Minibus-Stunden vom Hafen an dem ich aus Gili Air ankam entfernt war.

Am Hafen stieg ich in einen Minibus und setzte mich in die letzte Reihe. Nach dem ich eine Weile das Gespräch im Bus belauscht hatte, in dem es darum ging, dass Lombok sehr touristisch ist, weshalb alle Insassen die Insel nur zur Durchfahrt nutzten, fing ich an, mich mit dem vor mir sitzenden Mann zu unterhalten. Zu meiner Überraschung war Vit ebenfalls aus Wien. Er hatte Indonesien schon mehrmals bereist und war nun auf die Nachbarinsel Sumbawa unterwegs, die er mit dem Moped von West nach Ost bereisen wollte. Er hatte keinen konkreten Plan, aber sein Vorhaben klang so abenteuerlich und spannend, dass mein hippes Surferhotel in Kuta dagegen ziemlich fad erschien. Wir unterhielten uns gerade ein paar Minuten, als im Bus Aufbruchstimmung ausbrach, denn die Umsteigehaltestelle für die Weiterfahrt nach Sumbawa war fast erreicht. In diesem Moment dachte ich, wie gern ich doch auch so ein Abenteuer vor mir hätte, war mir aber bewusst, dass meine Pläne über den Haufen zu werfen und mit jemand Wildfremdes mitzufahren wohl doch ziemlich verrückt wäre. Trotzdem – nach einer kurzen stillen Diskussion mit mir selbst, sprang ich über meinen Schatten und fragte Vit: „Das ist jetzt vielleicht verrückt, aber kann ich mit dir mitfahren?“. Er überlegte laut ob das mit dem Moped überhaupt machbar wäre und willigte aber kurz darauf ein. Wenig später stieg ich mit ihm und einem deutschen Paar an einem Busbahnhof in Lombok‘s Hauptstadt Mataram aus ohne wirklich zu wissen, wohin mich das alles führen würde, aber trotzdem mit einem ziemlich guten Gefühl.

Julia und Florian aus Deutschland waren auch auf dem Weg nach Sumbawa, hatten aber einen etwas anderen Plan und nahmen daher einen anderen Bus als wir. Während der nächsten Woche sollten sich unsere Wege jedoch immer wieder kreuzen. Auf dem Weg nach Sumbawa ging es für Vit und mich in einen weiteren Minbus, der auf eine Autofähre fuhr und uns dann nochmal 2 Stunden in den Strandort Maluk brachte. Ich hatte eigentlich keine Ahnung wohin wir fuhren, aber zum Glück hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht gelesen, dass Sumbawa auf Wikitravel als nicht besonders sicher eingestuft wird und dass die Insel von den meisten Touristen am Weg zur Insel Flores oder zum Komodo Nationalpark umschifft oder durchfahren wird, denn sonst hätte ich mich wohl möglich doch für Lombok entschieden. Tatsächlich habe ich mich auf Sumbawa aber so sicher gefühlt, wie fast nirgends sonst auf meiner Reise, was hauptsächlich an den unglaublich netten Menschen, die ich getroffen habe liegt.

Maluk – Traumstrände, Reisfelder und ein schöner Wasserfall

In Maluk wohnten wir in einem kleinen einfachen Guesthouse. Im Surfercafe gegenüber lernten wir den lieben Besitzer Ozzy kennen, der uns nach wenigen Minuten sein neues Moped für die nächsten zwei Wochen borgte.

Am ersten Tag auf Sumbawa erkundeten wir die Umgebung der Stadt – es ging vorbei an Affenfamilien, kleinen Dörfern und riesigen Reisfeldern zu einem Wasserfall, der leider nicht so viel Wasser führte aber in dessen Becken wir vollkommen ungestört schwimmen konnten. Die weißen Sandstrände rund um Maluk und das türkisblaue, klare Wasser teilten wir uns nur mit ein paar Surfern, die wegen den weltberühmten Wellen auf die Insel kommen und wohl die einzige Touristengruppe auf Sumbawa sind. Dieser Tag wurde von einem traumhaften Sonnenuntergang beendet und ich konnte mein Glück kaum fassen, auf dieser wunderschönen Insel gelandet zu sein.

Sumbawa Besar: eine lange Mopedfahrt, nette Begegnungen und eine coole Rockbar

Am nächsten Tag stand uns eine 170 km lange Mopedfahrt bevor. Die Hauptstadt des Westteils von Sumbawa heißt Sumbawa Besar, am Weg dorthin gab es keine Übernachtungsmöglichkeiten, weshalb wir die gesamte Strecke an einem Tag hinter uns brachten. Der Weg war anstrengend für Hintern und Rücken, aber wir genossen die Ausblicke, das authentische Essen und nette Begegnungen. Auf Sumbawa wurden wir oft gefragt, ob man Fotos mit uns machen könnte, wobei wir immer wieder nette Bekanntschaften machten.

Sumbawa Besar ist eine für touristische Zwecke eher unspannende Stadt. Die Menschen die uns begegneten, hätten aber nicht herzlicher und interessanter sein können. Unsere Abende verbrachten wir in der Dogtown Rockbar, die von einem sehr lieben Team geführt wird und wo es abends atemberaubend gute Livemusik gibt. Der Besitzer des Lokals ist in meinem Alter, hat selbst eine Band, und vermietet außerdem Immobilien, hat ein Handyzubehör-Business und ein Start Up im Lebensmittelbereich – beeindruckend. Am Tag der Abreise aus Sumbawa Besar wurden wir von der Familie die die Dogtown Rockbar führt, zu Kaffee und Pisang Goreng (gebratene Bananen) eingeladen. Der Vater der Familie, der von allen Papa Gorilla genannt wird, führt wohl das einzige Tourunternehmen in Sumbawa Besar und hat bemerkenswerte Ring- und Machetensammlungen. Wieder war ich fasziniert von den Eindrücken die mir geboten wurden und der Gastfreundlichkeit der Menschen.

Pulau Moyo: der schönste Wasserfall, den ich je gesehen habe

Mit einem sehr einfachen Boot ging es von Sumbawa Besar nach Pulau Moyo. Auf der 2-stündigen Bootsfahrt mit starkem Wellengang boten uns die einheimischen Passagiere die besten Plätze sowie leckere Sesambällchen an und wurden wir ein Stück von Delfinen begleitet.

Auf Moyo angekommen, erwartete uns Davi, der Besitzer unseres Homestays sowie unsere deutschen Freunde Julia und Florian. Das Homestay war sehr einfach gehalten, Strom gab es nur nachts, dreimal am Tag wurden wir von Davi‘s Töchtern sehr lecker bekocht. Unser Moped haben wir mit auf die Insel gebracht und fuhren damit über Stock und Stein durch den Dschungel zu dem schönsten Wasserfall, den ich jemals gesehen habe. Wunderschöne Becken luden zum Baden ein, die grüne Dschungel-Kulisse war einfach atemberaubend und wieder waren wir ganz allein an diesem magischen Ort.

Am nächsten Tag ging es wieder durch den Dschungel, teilweise mussten wir absteigen und das Moped durch den Schlamm schieben. Die Büffelherde der wir begegneten jagte mir einen kleinen Schreck ein, schnell merkte ich aber dass die Tiere vor uns mehr Angst haben als wir vor ihnen. Belohnt wurde die abenteuerliche Fahrt mit einem Traumstrand und glasklarem Wasser das zum Schnorcheln einlud. Zum ersten Mal traute ich mich mit dem Schnorchel nicht nur an der Oberfläche zu schwimmen, sondern unterzutauchen und war begeistert von den Fischen und Farben, die ich entdeckte. All das war fast zu gut um wahr zu sein – und dann endete unsere Zeit auf Pulau Moyo auch noch mit einer extrem schönen menschlichen Begegnung. Wir wollten abends noch die Umgebung unseres Dorfes erkunden, wurden aber von einem heftigen Regenschauer überrascht und parkten das Moped unter einem großen Baum. Eine Familie die gerade auf ihrer Terrasse saß, wurde dabei auf uns aufmerksam und winkte uns sogleich herüber. So saßen wir also auf ihrer Terrasse, tranken Kaffee, machten Fotos und unterhielten uns in unseren Brocken Indonesisch bis der Regen aufgehört hatte. Hab ich schon erwähnt, wie unglaublich gastfreundlich die Menschen auf Sumbawa sind?

Dompu, Lakey und Bima – interessante Städte im Osten und das letzte Mal am Strand

Zurück auf der Insel Sumbawa fuhren wir weiter Richtung Osten. Es ging lange an wunderschönen Küsten entlang. Bei guter Sicht kann man Vulkane in der Umgebung sehen – leider war es an diesem Tag nicht so klar. Trotzdem war ich begeistert von der grünen Vegetation auf der Insel – das passte so gar nicht damit zusammen, dass in den Reiseführern steht, dass Sumbawa karg und trocken ist – außerhalb der Regenzeit mag das aber anders sein.

Wir verbrachten zwei Nächte in Dompu und machten einen Tagesausflug nach Lakey, dem zweiten bekannten Surferort mit sehr schönen Stränden. Die Strömung war allerdings zu stark um schwimmen zu gehen und so genossen wir den Ausblick vom menschenleeren Sandstrand. Zu diesem Zeitpunkt war mir nicht bewusst, dass dies der letzte Strand war, den ich in einer langen Zeit sehen werde – vielleicht hätte ich ihn sonst noch mehr zu schätzen gewusst.

Am nächsten Tag ging es weiter nach Bima, die Hauptstadt der Ostseite der Insel. Als wir ankamen, hatte alles zu – es war Freitagabend auf der muslimischen Insel. Da wir am nächsten Tag nach Bali zurückflogen, kam Ozzy aus Maluk mit einem Freund sein Moped – unseren treuen Begleiter der letzten Tage – abholen. Die beiden Freunde waren zwei ganze Tage von Maluk nach Bima unterwegs gewesen. Wir fragten, ob sie nicht in Bima übernachten möchten. Da sie das Geld das wir ihnen bezahlten, für ihre Familien verwenden wollten, machten sie sich aber sofort wieder auf die lange Heimreise. Bei der Verabschiedung versprachen wir, dass wir nach Maluk zurückkehren werden – und ich meinte es ernst, denn die Insel Sumbawa hat mich bezaubert, mit ihrer überraschend schönen Natur aber vor allem mit der Herzlichkeit ihrer Menschen.

Bali und Gili Air – erste Eindrücke vom wundervollen Indonesien

Aus dem Fenster meines Apartments im 43. Stock schaue ich auf die Lichter des unter Ausgangssperre stehenden Kuala Lumpur. Heute Nacht schickt das österreichische Außenministerium eine Austrian Airlines Maschine um gestrandete Reisende aus Malaysia rauszuholen. Das bedeutet auch das vorläufige Ende meiner Reise. Die knapp 4 Wochen, die ich in Indonesien verbracht habe, wirken gerade so fern. Aber sobald ich die Fotos auf meinem Handy ansehe, ist meine Zeit in diesem wunderschönen Land wieder ganz präsent.

Indonesien hat mich begeistert, wie kaum ein anderes Land. Meine ersten Destinationen, Bali und Gili Air gaben dabei nur einen kleinen Vorgeschmack darauf, wie toll Indonesien eigentlich ist. Dabei stand dieses Land gar nicht auf meinem Reiseplan. Meinem Gefühl folgend, änderte ich meine Reisepläne in Vietnam und buchte in Ho Chi Minh einen Flug nach Denpasar, Bali.

Die ersten Tage auf Bali verbrachte ich im Puri Garden Hostel in Ubud, wo mich ein teures 4-Bett-Zimmer, aber dafür gratis Yoga und Massagen sowie ein toller Pool und viele gut aussehende Menschen erwarteten. In Ubud ist alles sehr stylisch und hip, aber ich merkte bald, dass dies nicht unbedingt die Art von Destination ist, die mich erfüllt. Ich nutzte das Angebot des Hostels kaum, da ich tagsüber Ausflüge mit meinem lieben Fahrer Redi unternahm. Wegen der Regenzeit, die allerdings kaum vorhanden war und erster aufgrund des Coronavirus ausbleibender Gäste, war vergleichsweise wenig los – ich will mir gar nicht vorstellen, wie Bali in der Hauptsaison aussieht, denn auf den Dschungel-Schaukeln, bei Hindu-Tempelanlagen und in den Reisfeldern tummelten sich auch jetzt scharenweise Touristen auf der Suche nach dem perfekten Instashot. Ich genoß das Schwimmen in Wasserfällen, auch wenn ich damit einige Fotos crashte, und das Meditieren in abgelegenen Tempeln. Auf unseren Fahrten erklärte mir Redi die balinesische Kultur und brachte mir ein paar Worte Balinesisch bei. Suksuma, Redi. 🙂

Nach ein paar Tagen in Ubud ging es weiter Richtung Süden – ich wollte ein paar Tage in Strandnähe relaxen und hatte den perfekten Ort dafür gefunden. Das Pererenan Nenah Guesthouse ist eine liebevoll gestaltete Unterkunft am Rande von Canggu. Mehrere Alleinreisende wohnten in den netten um den Pool gelegenen Zimmern mit eigenen Terrassen – ich fühlte mich ein bisschen wie in der 90er Fernsehserie „Melrose Place“. Das Guesthouse lag in Fußnähe zum Echo Beach, der zwar eher fürs Surfen als zum Schwimmen geeignet ist, aber wunderschöne Sonnenuntergänge und gemütliche Bars und BBQ Restaurants bot. Ich hatte außerdem das Glück, dass ein lieber kanadischer Gast in meiner Unterkunft, der die Gegend gut kannte, mir auf seinem Moped die Umgebung zeigte. In Nenahs Guesthouse fühlte ich mich so wohl, dass ich meine Abreise mehrmals verschob und sollte ich eines Tages wieder Bali besuchen, sicher wieder dorthin zurückkehren werde.

Nach Canggu ging es weiter zu den Gili Inseln. In Internet steht: Nach Gili Trawangan fährt man für Party, Gili Meno ist für Verliebte und Gili Air ist eine perfekte Mischung aus beiden – mit traumhaften Stränden, klarem Wasser und perfekt zum Schnorcheln. Die Entscheidung für Gili Air war also schnell gefallen. Auf der Insel war sehr wenig los und mit dem Wetter hatte ich etwas Pech. Mein im Inselinneren gelegener Bungalow mit Außendusche war sehr nett, aber bei strömendem Regen musste ich über die schmalen Pfade im teilweise kniehohen Wasser und kompletter Dunkelheit dorthin waten, sodass ich mein Heim abends am liebsten gar nicht verließ. Zum Glück hatte mein Bungalow eine schöne Terrasse mit Hängematte, in der ich gemütliche Stunden verbrachte. Zeitig frümorgens um vier weckte mich der Muezzin der benachbarten Moschee. Nach einem leckeren Frühstück borgte ich mir ein Rad aus. Zwar bleibt man auf den sandigen Wegen immer wieder mal strecken, sodass man absteigen und schieben muss, aber trotzdem ist es möglich die ganze Insel auf der es keine motorisierten Fahrzeuge gibt in ca. einer Stunde zu umrunden. Am letzten Tag ging ich noch mit Schnorchel und Flossen ausgerüstet auf Schildkröten-Suche und fand dabei zumindest viele bunte Fische und Korallen. Außerdem versuchte ich mich mal wieder im Yoga, was mir seit der Zeit im Ashram in Vietnam richtig Spaß macht.

Nach drei Nächten ging es dann weiter mit der Fähre auf die Insel Lombok, mit dem Plan, zuerst in den Surferort Kuta zu fahren. Doch es kam ganz anders als geplant…

Vietnam – Yoga, Entspannen und Essen

Von Mondulkiri im Norden Kambodschas ging es weiter nach Vietnam. Erstes Ziel: Dalat in Mittelvietnam, nur 150 km von Mondulkiri entfernt. Theoretisch. Denn da es keinen direkten für Ausländer benutzbaren Grenzübergang gibt, fuhr ich erst mal mit dem Bus 6 Stunden nach Phnom Penh, dann weitere 6 Stunden nach Ho Chi Minh City, wo ich mir am nächsten Tag einen Flug nach Dalat gönnte, da ich nicht nochmal 7 Stunden im Bus sitzen wollte.

Yoga Urlaub in Dalat

Dalat ist eine nette, kleine Stadt, idyllisch an einem See gelegen. Aber zur Besichtigung der Stadt war ich nicht hierher gekommen, sondern ich wollte in den nächsten 7 Tagen in den grünen Hügeln um Dalat meditieren und klassisches Yoga ausprobieren. Dass es ein fixes Programm gab im Yoga Zentrum, das ich gebucht hatte, hatte ich vorab gelesen, aber was dies genau bedeutete war mir im Vorhinein nicht richtig bewusst. Das Retreat war in einem richtigen Ashram, die Regeln des Ashrams waren auch von Urlaubern zu befolgen. Das hieß jeder Tag begann um 6 Uhr früh und endete um 21 Uhr mit 1,5 Stunden Satsang (Stille Meditation, Gesang und Theorie), dazwischen gab es verpflichtend Einheiten von traditionellem Yoga, Workshops/Theorie, Karma Yoga (=selbstlose Tätigkeit/Volunteering) und wer möchte Beratungsstunden. Nach dem 2. Tag überlegte ich mir ernsthaft das Handtuch zu werfen: das frühe aufstehen war mühsam, Yoga hätte ich vorher wohl mal ausprobieren sollen (während die ältere Dame neben mir ruckzuck im Kopfstand war, konnte ich mit ausgestreckten Beinen kaum meine Zehen berühren), und vor allem der Gesang und das Beten war für meinen Geschmack etwas zu spirituell. In meiner großteils schwarzen Kleidung fiel ich neben den weiß/gelben Outfits der im Ashram lebenden freiwilligen Mitarbeitern und den Teilnehmern einer gerade stattfindenden Yogalehrerausbildung eher ungut auf – es wird wohl die Meinung vertreten, dass Personen die Schwarz tragen, etwas zu verheimlichen haben.

Letztendlich habe ich mich doch dazu entschieden, die ganze Woche im Ashram zu bleiben und bin auch sehr froh darüber. Meine täglichen Spaziergänge im Wald, die Ruhe und das gesunde, vegetarische Essen taten mir gut. In den Pausen tauschte ich mich mit anderen Gästen aus und führte vor allem mit einer sehr lieben Kanadierin wunderbare Gespräche auf unserer Frühstücksbank im Pinienwald.

Ho Chi Minh City

Nach einer Woche ging es dann mit dem Bus zurück nach Hi Chi Minh City. An einer Raststätte wollte ich mir mein Mittagessen bestellen, konnte den Mitarbeitern aber nicht verständlich machen, dass ich kein Fleisch essen möchte. Ein netter älterer Vietnamese hatte das beobachtet, kann herüber, half mir beim Übersetzen, lud mich an seinen Tisch ein und bestand letztendlich auch noch darauf mein Essen zu bezahlen. Schon unglaublich wie nett manche Menschen sind!

In Ho Chi Minh hatte ich das Glück bei einem Bekannten aus Deutschland in seiner riesigen Expat-Wohnung im 22. Stock eines modernen Apartmenthauses übernachten zu können. Nachdem ich angekommen war, öffnete er erst mal eine Flasche Grüner Veltliner von seinem letzten Wienurlaub und daraufhin stürzten wir uns ins Saigoner Nachtleben und tranken den einen oder anderen Cocktail in hippen Rooftop Bars. Den Sonntag verbrachten wir am Pool seiner Apartmentanlage. Puh, ein hartes Leben. 🙂

Da es schon mein zweites Mal in HCMC war, konzentrierte ich mich in den nächsten Tagen darauf, vegetarisches aber authentisches Essen zu finden. Dazu buchte ich auch eine Streetfood Tour über Airbnb Experiences. Die gibt es auch in veganer Ausführung, zumindest wenn man es nicht ganz so genau nimmt, denn der leckere Papaya Salat den eine Frau von ihrem Moped verkauft, enthält Fleischstücke, die die Guides der Tour entfernten und selbst aßen bevor sie uns den Salat reichten. In den nächsten Tagen ging es weiter mit Sommerrollen, Banh Mi, Pho und extrem leckeren Coconut Coffee.

Ausflug ins Mekong Delta

Während der Woche machte ich einen 2 Tagestrip ins Mekong Delta. Da ich meine Recherchen für mein nächstes Land noch machen musste, buchte ich eine pauschale Tour dorthin. Großteils war diese wie erwartet. Fahrten durch Kanäle und der schwimmende Markt waren sehr interessant. Es gab immer wieder Stopps wo wir die Möglichkeit hatten etwas zu kaufen – zufälligerweise immer bei den besten Freunden der Guides. Genervt hat mich, dass wir bei einem Stopp die Möglichkeit hatten, Fotos mit einer großen Schlange um unseren Hals zu machen. Viele Mitglieder der Gruppe nutzten diese Chance gerne. Ich sah mir lieber an, wo die Schlangen hausten und fand nur ziemlich kleine, kahle Käfige vor. In meinem Feedback Formular am Ende der Tour machte ich meinen Unmut kund.

Für die Übernachtung hatte ich zum Glück ein Homestay statt eines Hotels gebucht und damit einen Volltreffer gelandet. Die Gastgeber waren extrem freundlich, die Bungalows sehr geräumig und das gemeinsame Abendessen lustig und sehr, sehr lecker. Besonders lustig wurde es, als zwei ältere Damen der Gruppe, nachdem wir vom Homestay Reiswein bekommen hatten, ihren von Zuhause mitgebrachten rumänischen Schnaps zur Verkostung hervor holten. Neben der Schönheit des Mekong Deltas waren es wieder die netten anderen Reisenden, die die Tour besonders schön machten.

Nachdem ich letztes Jahr schon einiges von Vietnam gesehen hatte, ging es nach zwei Wochen schon wieder weiter zu meiner nächsten Destination: ich wollte mit eigenen Augen sehen ob Bali so toll ist wie viele berichten oder mir vielleicht doch zu touristisch.

Alles Liebe,
Kati

No rides, no tricks, just elephants. Eine Woche Volunteering beim Elephant Valley Project

Vor 3 Jahren habe ich in Thailand schon mal ein Elefantencamp besucht. Mir war damals schon bewusst, dass das Reiten auf Elefanten, besonders in den oftmals schweren Sitzen, den Tieren keinen Spaß macht. Dass wir die Elefanten füttern und baden konnten, fand ich damals nicht problematisch, aber als ein Elefant beim Posieren auf Kommando seines Mahouts seinen Rüssel um meine Beine schlang, kam ich mir schon etwas merkwürdig vor. Das Foto das dabei herauskam, fand ich dann aber so toll, dass ich es trotzdem auf Facebook teilte.

Da ich Elefanten seit dieser ersten Begegnung total beeindruckend fand, war mir klar, dass ich auf meiner Weltreise wieder eine Elefanten-Erfahrung machen möchte – Angebote dafür gibt es in Südostasien genug. Bei meinen Recherchen wurde mir jedoch immer bewusster, dass füttern und baden mit Touristen, welche ja keine natürlichen Situationen für die Tiere sind, Stress für sie bedeutet. Darüber hinaus, sind die Elefanten halbwilde Tiere, die auch wenn sie „gezähmt“ wurden, nicht vollkommen berechenbar sind, was also auch ein Sicherheitsrisiko für Besucher bedeutet. Das Elephant Valley Project in Kambodscha, das auch in Thailand vertreten ist, ist dagegen eine Initiative, das (ehemaligen) Arbeitselefanten ein artgerechtes, vorübergehendes oder dauerhaftes Zuhause gibt und Touristen die Möglichkeit, Elefanten aus angemessenem Abstand in ihrem natürlichen Verhalten zu beobachten. Die Tiere im EVP sind entweder aus Gefangenschaft gerettete Elefanten oder „gemietete“ Elefanten, die sich im EVP eine Weile von ihrem anstrengenden Arbeitsalltag zB im Tourismus erholen. Die Tiere sind alle mittleren oder höheren Alters – im EVP werden keine Elefantenbabys (die später in Gefangenschaft leben würden) gezüchtet. Quasi ein Alters- bzw. Pflegeheim für Elefanten also.

Elefanten beobachten

In den 5 Tagen die ich im kambodschanischen Dschungel verbrachte, hatte ich mehrmals die Möglichkeit die aus 2-4 Tieren bestehenden Elefantengruppen gemeinsam mit anderen Besuchern zu beobachten. Die Elefanten werden dafür nicht zu den Besuchern gebracht, sondern wir wanderten in den Dschungel, wo wir auf die Elefanten und ihre Mahouts trafen. Dann konnten wir den den Elefanten bei dem zusehen, was sie gerade so trieben. Mir war schnell klar, dass es so viel spannender ist, die Elefanten beim Pflücken von Blättern oder Kratzen ihres Hinterteils an Baumstämmen zu beobachten als sie mit Bananen zu füttern oder ihnen gar bei irgendwelchen Tricks zuzusehen. Die Mitarbeiter des EVP bestehen aus wenigen Ausländern und vielen Angehörigen der heimischen Bunong Minderheit – ihr Wissen über Elefanten und ihre Leidenschaft für die Sache ist beeindruckend und so erzählten sie uns die Geschichten der einzelnen Elefanten, erklärten ihr Verhalten und beantworteten alle unsere Fragen. Wusstest du zB, dass Elefanten trotz großer Ohren nicht gut damit hören, dafür aber Geräusche, oftmals aus vielen Kilometern Entfernung, mit ihren Füßen wahrnehmen können?

Meine Aufgaben

Neben meinen täglichen Volunteering-Aufgaben, wie Reissuppe kochen für eine Elefantendame, die leider kaum mehr feste Nahrung zerkauen kann, konnte ich das Team bei Tätigkeiten wie Unkraut jäten, Setzlinge gießen und Schilder bauen unterstützen – nicht unbedingt Aufgaben, die ich zuhause oft erledige und so war ich beschämend stolz, als ich es geschafft hatte, meinen ersten Nagel in ein Holzschild zu hämmern. Freiwillige die zumindest eine Woche bleiben, dürfen außerdem bei dem wöchentlichen Gesundheitscheck der Elefanten helfen und so noch mehr über die beeindruckenden Dickhäuter erfahren. Rüssel, Haut, Ohren, Augen, Füße, Gewicht und auch Ausscheidungen der Elefanten genau unter die Lupe nehmen – mein persönliches Highlight der Woche!

Leben im Dschungel

Zufälligerweise war ich in dieser Woche die einzige 1-wöchige Volontärin und in den ersten beiden Nächten gab es keine anderen Gäste, die im Dschungel übernachteten. (EVP Mitarbeiter die in einem anderen Gebäude untergebracht waren, waren natürlich vor Ort.) Nachts (zumindest gefühlt) allein im Dschungel zu sein, vor allem als nach 21 Uhr der Strom ausging, hat mir in den ersten 2 Nächten doch ziemliche Angst gemacht, denn wer weiß was da nachts alles in mein Zimmer krabbeln oder schleichen kann. Und vor allem der Weg zur etwas vom Schlafgebäude entfernten Toilette war anfangs eine Herausforderung. Umso besser war jedoch das Gefühl, als ich merke, dass mir das alles nach und nach immer weniger und am Ende eigentlich gar nichts mehr ausmachte.

Insgesamt war die ganze Woche eine wirklich bereichernde Erfahrung: Ich bin auf diese Weltreise gegangen um Natur und Tiere zu beobachten, die es zuhause nicht gibt, andere Kulturen und inspirierende Menschen kennenzulernen und mich meinen Ängsten zu stellen. All das konnte ich in dieser Woche erleben. Ein Aufenthalt im EVP ist leider nicht ganz günstig, jedoch unterstützt man damit nicht nur die dort lebenden Elefanten, sondern auch die Arbeit die das Team im Wald leistet, sowie das Bunong Dorf, das in das Projekt eingebunden ist, von dem viele Bewohner im Projekt angestellt sind, Kinder Stipendien bekommen, einen Ambulanz-Service etc. Neben der Elefanten-Erfahrung die für mein Geld bekommen habe, wobei Sicherheit immer an erster Stelle steht (zb sind bei allen Dschungel-Touren zumindest 2 Guides dabei), bietet das EVP auch eine sehr gemütliche Unterkunft mitten im Dschungel inkl. wunderschönen Platz zum Sonnenuntergang-Schauen und außerdem extrem leckeres (auch vegetarisches :)) Essen.

Wenn du auch mal eine Elefanten-Erfahrung in Kambodscha (oder Thailand) machen möchtest, kann ich das EVP wirklich empfehlen. Und wenn du noch mehr über meine Erfahrung dort wissen willst, schreib mir gern. 🙂

Danke fürs Lesen & alles Liebe,
Kati

Auf der Suche nach Ruhe in Kambodscha

Unser Aufenthalt in Kambodscha begann abenteuerlich. Vom Landweg aus Thailand hatte ich schon einiges gehört und gelesen und war daher darauf gefasst, dass der Grenzübertritt nicht ganz einfach sein würde. Die Fahrt von Koh Kood nach Siem Reap war außerdem das Erste auf dieser Reise, das wir komplett ungeplant angingen. Glücklicherweise trafen wir bereits auf dem Transfer zur Fähre in Koh Kood, das total nette polnische Pärchen Lucy und Baz, die auch am Weg nach Siem Reap waren und so konnten wir Fahrtkosten und Aufregung mit ihnen teilen. Am Festland angekommen, erfuhren wir, dass es nicht wie angenommen einen direkten Bus zur Grenze gab. Zu viert konnten wir uns aber die Kosten für die 250 km lange Taxifahrt teilen und dabei auch noch zu den 90er Kuschelrock Liedern die der Fahrer spielte, mitsingen. An der Grenze mussten wir aussteigen um uns auf der anderen Seite ein neues Taxi zu besorgen. Der Grenzübertritt ging unerwartet einfach und ohne erwartete Abzockversuche. In Kambodscha wurden wir jedoch sofort von etwas unheimlichen Taxivermittlern belagert. Aus Mangel an Alternativen akzeptieren wir schließlich ein Angebot, dass „der Bruder des Vermittlers“ uns für den von mir recherchierten angemessenen Preis nach Siem Reap bringen würde. Der Bruder erschien uns jedoch ziemlich grantig, sprach kein Wort Englisch und wurde uns noch unheimlicher als er in Seitengassen fuhr und nicht auf unseren Fragen, wo es denn hinginge, reagierte. Schnell lernten wir, dass Kambodschaner nicht unbedingt freundlicher werden wenn man laut auf sie einredet. Angekommen sind wir dann trotzdem gänzlich unbeschadet.

Die Tage in Siem Reap verbrachten wir damit die Tempel von Angkor zu besichtigen, die echt beeindruckend sind, auch wenn die heiße und staubige Luft das Sightseeing etwas mühsam machte. Die Haupttempel, allen voran Angkor Wat, sind natürlich sehr sehenswert, aber auch überlaufen und so fand ich manche kleine Tempel, in denen sonst kein Mensch war, irgendwie noch schöner. Später am Tag, genossen wir den Pool im Hostel, leider teilweise bei lauter Technomusik oder trafen Lucy und Baz in einer der Bars in der Pub Street. Sehr gut gegessen haben wir zB im Haven Café, das Jugendlichen aus armen ländlichen Gegenden eine Ausbildung bietet und zu meiner großen Freude, weißen Spritzer im Angebot hatte.

Von Siem Reap ging es weiter nach Kampot – unsere bisher längsten Busfahrt, die 12 Stunden dauerte. Kampot ist ein richtig nettes, ruhiges Städtchen mit einigen kleinen internationalen Lokalen und Cafés. Unser Gästehaus hatte eine schöne Terrasse zum Fluss hin und mehrmals besuchten wir das portugiesische Lokal Tertúlia, wo der wahnsinnig nette Miguel, der vor ein paar Monaten in Portugal alles hinschmiss um mit seiner Frau das Restaurant zu eröffnen, uns zum Portwein die besten Tipps für die Umgebung und auch das nördliche Portugal servierte.

Am Touri-Programm stand bei uns die Sonnenuntergang / Glühwürmchen Bootstour, bei der wir zwar kaum leuchtende Würmchen sahen aber dafür mitbekamen, wie die kambodschanischen Touristen ihre Wochenenden zelebrieren und schließlich an Deck zu Musik die 3 Jungs aus ihrer mitgebrachten Box spielten, tanzten. Am nächsten Tag ging es mit dem Moped zu La Plantation, die größte der Pfefferfarmen, die den weltberühmten Kampot Pfeffer nach dem fast alle Plantagen nach der Machtergreifung der Roten Khmer zerstört wurden, wiederbeleben möchten und dabei der lokalen Bevölkerung gute Jobs gibt und auch die örtliche Schule unterstützt. Führung und Verkostung sind gratis, die Anfahrt über unbefestigte, Schlaglöcher behaftete Straßen jedoch recht mühsam.

Die kommenden Tage sollten für uns dann eigentlich wieder erholsame, einfache Insel-Zeit bringen. Wegen dem chinesischen Neujahrs-Feiertagen fanden wir nur mehr auf Koh Ta Kiev, einen freien Bungalow, die Insel erschien online aber sehr naturbelassen und das Last Point Hostel wirkte zwar sehr einfach, hatte aber gute Bewertungen. Strom nur an der Bar für ein paar Stunden am Tag, kein fließendes Wasser und ziemlich offene Bungalows in der uns nachts eine Ratte unsere Cracker klaute (immer noch besser als die 2 Schlangen im Bungalow nebenan) störten uns nicht so sehr, aber leider war der Strand sehr vermüllt, was die Mitarbeiter aber nicht besonders zu stören schien, denn sie waren auch von mittags bis spät nachts mit Feiern beschäftigt. Leider gab es genug Strom, damit sie laute Technomusik bis 3 oder 4 Uhr morgens spielen konnten. Wir fanden trotzdem ein paar nette ruhige Plätzchen, z.B an einem Aussichtspunkt im Dschungel oder am Strand des Kaktus-Resort auf der anderen Seite der Insel. Und wir trafen auch ein paar nette Gleichgesinnte, die sich auch zu alt für dieses Festivalleben fühlten.

Nach 3 Nächten auf der Insel ging es im Regen zurück aufs Festland, wo wir zum Glück keine Nacht in der Großbaustelle Sihanoukville eingeplant hatten, sondern uns mit 2 Französinnen ein Taxi nach Phnom Penh teilten. An den kambodschanischen Fahrstil mit verrückten Überholmanövern hatten wir uns mittlerweile gewöhnt, aber dass der Taxifahrer im dichten Großstadtverkehr während dem Fahren Michael Jackson Videos ansah, war doch noch eine Draufgabe.

In Phnom Penh haben wir das Touristenprogramm großteils ausgelassen, den Palästen und Tempeln waren wir etwas müde und genossen dafür den Pool und die Rooftop Bar in unserem Hotel. Am 1. Februar war dann leider auch schon Paul‘s Abreisetag gekommen – die nächsten 1,5 Monate werde ich alleine weiterreisen. Nach unserem Abschied am Flughafen, ging es für mich also weiter mit dem Minibus Richtung Mondulkiri im Nordosten Kambodschas, wo ich noch zwei endlich ruhige Nächte im von 3 Italienern geführten Route 76 Guest House genieße, wo ich ein gemütliches Zimmer, leckeren Chianti und nette Gespräche bekomme, bevor es zum Volunteering beim Elephant Valley Project in den Dschungel geht. Mal sehen was mich dort erwartet 🙂

Alles Liebe,
Kati

Entspannung vom Herumreisen auf Koh Kood – dem traumhaft sauberen Inselparadies

Nach meinem letzten Aufenthalt in Bangkok, wollte ich eigentlich nicht nochmal in der Gegend der Khao San Road übernachten, aber da unser Bus in Richtung Insel Koh Kood früh am nächsten Morgen von dort abfuhr, hielt ich es für die einfachste Variante. Am Abend gönnten wir uns ein Abendessen im Restaurant des River View Hotels, das am Fluss Chao Phraya liegt und eine schöne Dachterrasse hat, die über eine steile Wendeltreppe zu erreichen ist. Die Aussicht ist mit den Luxus-Rooftop-Bars sicher nicht zu vergleichen, aber auch sehr schön, die Preise sind in Ordnung und man braucht kein fancy Outfit. Die Fahrt nach Koh Kood habe ich über Boonsiri gebucht, wo man praktischerweise den Bus nach Trat, die Fähre zur Insel und den Transfer zur Unterkunft in einem buchen kann. Bis auf das, dass mein Rucksack bei einem Umstieg in den falschen Minivan gepackt wurde, was wir aber – paranoid wie ich bin – zum Glück bemerkt haben, hat alles gut geklappt.

Angekommen in Koh Kood, erkennt man gleich mal, wer in eines der Beach Resorts mit tollen Namen wie Tinkerbell‘s oder Neverland gebracht wird und wer in einem günstigen Guesthouse im Dschungel wohnt – so wie wir natürlich. Unser Holzbungalow in Eve‘s House war sehr einfach gehalten. Matratze und Mini-Badezimmer – alles irgendwie nach draußen offen – gut, dass es ein Moskitonetz gab. Die Leute im Guesthouse waren extrem nett – unsere Bungalownachbarn erklärten uns den Weg zum nächsten Strand und so haben wir uns gleich mal ein Moped gemietet und am ersten Traumstrand den Sonnenuntergang angeschaut. Lange hat es nicht dauert, bis wir uns entschieden haben, dass wir anstatt am Weg nach Kambodscha auf der touristischen Insel Koh Chang vorbeizuschauen, doch lieber noch eine Nacht auf Koh Kood anhängen. Im Vergleich zu anderen Inseln ist auf Koh Kood sehr wenig los – viele Leute bleiben wohl gern in ihren feinen Resorts, denn um von A nach B zu kommen braucht man unbedingt ein Moped. Wenn man nicht auf einer der wenigen asphaltierten „Hauptstraßen“ unterwegs ist, geht es über rumpelige Lehmwege – und begegnet dabei immer wieder mal einer Affenfamilie. Ich war jedenfalls froh, dass Paul den Part des Fahrens übernommen hat.

Abends haben wir dann nur noch was im Guesthouse oder im Lokal nebenan gegessen und getrunken und Reisegeschichten mit anderen Gästen ausgetauscht, gegen 23 Uhr war dort aber auch Schluss. Wir waren aber eh erschöpft von den letzten Reisetagen und haben in der 1. Nacht im Dschungel so gut wie schon lange nicht mehr geschlafen. An den nächsten beiden Tagen folgten weitere Traumstrände, wobei im Süden der Insel fast gar nichts mehr los war und selbst wenn ein Teil des Strandes zu einem Resort gehörte, war der Rest des Strandes meist fast menschenleer – schattenspendende Bäume (keine Sorge Mum: es waren keine Kokospalmen) machten auch die Mittagshitze erträglich (wobei es in Koh Kooh eigentlich fast immer angenehme 28 Grad hatte). An Tag 2 besuchten wir den Khlong Chao Wasserfall, in dessen Becken man schwimmen oder mit einem Seil hineinschwingen kann. Hornhaut-gesäumte Füße kann man sich von den darin schwimmenden Putzerfischen einfach wegknabbern lassen. Am Ende jedes Strandtages stand dann noch ein fast schon kitschiger Sonnenuntergang mit noch kitschigeren Strandschaukeln. Für den letzten Tag, an dem es überraschenderweise etwas regnete, habe ich bei BB Divers einen Schnorcheltrip gebucht. An den 3 Tauchstopps habe ich viele bunte, große und kleine Fische gesehen und mich dabei zum Glück von keinem Seeigel erwischen lassen. Als ich am späten Nachmittag jedoch wieder im Guesthouse ankommen bin und meinen Rücken im Spiegel gesehen habe, habe ich gelernt, dass ich auch bei dem trüben Wetter Sonnencreme auftragen sollte.

Besonders positiv ist mir auf Koh Kood aufgefallen, dass es extrem sauber ist – es liegt kaum Abfall an den Stränden oder neben der Straße. An vielen Orten gibt es Eimer zur Mülltrennung und jeden Samstag treffen sich Freiwillige um mit der Organisation Trash Hero Müll zu sammeln – die Organisation stellt außerdem an vielen Stellen (zB auch in unserem Guesthouse) gratis Trinkwasserspender zur Verfügung und auch BB Divers nahm bei einem Tauchgang Beutel zum Müll aufsammeln mit. Schon auf unserer Wanderung in Myanmar haben wir am Weg liegenden Müll in ein mitgebrachtes Sackerl gesammelt und wir werden dem guten Beispiel der Leute auf Koh Kood auf jeden Fall auch weiterhin folgen um unseren Beitrag zu leisten, damit solche Traumdestinationen auch in der Zukunft so schön bleiben.

Wie schon in Myanmar waren wir etwas traurig, Koh Kood zu verlassen, aber wir waren auch sehr gespannt, was uns in Kambodscha bzw. schon am berüchtigten Landweg dorthin erwarten wird – bald mehr über dieses neue Abenteuer. 🙂

Alles Liebe aus Siem Reap,
Kati

Bagan, Kalaw und Inle See – Pagoden, Sonnenuntergänge, Wandergeschichten und eine leichte Lebensmittelvergiftung

Seit meinem letzten Bericht, habe ich einiges erlebt. Wir haben uns gefühlt 100 Pagoden und Tempel angesehen, haben vier weitere Langstreckenbusse genommen, haben eine kleine Lebensmittelvergiftung überstanden, sind von Kalaw zum Inle See gewandert und schließlich von Mandalay nach Bangkok geflogen.

Angekommen in Bagan und sobald wir uns nach unserer Nachtbusfahrt frisch gemacht hatten, sind wir auch schon aufgebrochen um die ersten Pagoden zu besichtigen, denn immerhin warteten über 3000 historische Bauten auf uns. Sobald die Sonne am Nachmittag tiefer steht, macht man sich in Bagan dann auf, um an einem „Sunset Spot“ zuzusehen wie die untergehende Sonne den Ort in ein mystisches Gold taucht. Nach diesem Erlebnis, ging es für uns jeden Abend mit dem Tuktuk weiter Richtung Old Bagan, wo es einige vegetarische Lokale gibt – eine willkommene Abwechslung für mich, nachdem ich die Tage davor hauptsächlich gebratenen Reis und gebratene Nudel gegessen hatte. Nach jedem Abendessen, also so um 19 Uhr, und da in Bagan abends überhaupt nichts los ist, waren wir dann froh über unser Hostel mit nettem Gemeinschaftsbereich, in dem man sich mit den anderen Reisenden austauschen und sich von den Besichtigungen im Pool erholen konnte. Ins Bett ging es trotzdem früh, denn um 5:30 Uhr ging es dann schon wieder los mit dem Tuktuk zum Sonnenaufgang-Schauen und Pagoden-Sightseeing – wobei sich unser Tuktuk-Fahrer als super Guide entpuppt hat.

Neben den historischen Bauten haben uns in Bagan mal wieder die unglaublich freundlichen Leute beeindruckt. Als mein etwas tollpatschiger Freund Paul sich am unebenen Boden einer Pagode den Fuß geprellt hatte und auf eine Bank zuhumpelte um dort auf mich zu warten, kamen ihm sofort 3 aufmerksame Burmesen zur Hilfe, die ihm Pflaster und Eiswürfel zur Kühlung anboten.

Voll mit neuen Eindrücken ging es nach 3 Tagen weiter mit dem Bus nach Kalaw, die Stadt die der Ausgangspunkt für unsere geplante 3-tägige Wanderung zum Inle See war. Davon ausgehend, dass das Essen in den nächsten Tagen eher einfach sein würde, leisteten wir uns an diesem Abend ein Essen bei einem „echten“ Italiener. Ausgerechnet diese bisher teuerste Mahlzeit unserer Reise hat uns dann jedoch beiden eine leichte Lebensmittelvergiftung beschert und mich dazu gezwungen den ganzen kommenden Tag im Zimmer zu verbringen. Fazit: Ab jetzt lassen wir das teure westliche Essen und speisen wo die Einheimischen essen. Am Tag darauf ging es mir dann aber zum Glück wieder besser und wir konnten auf eine 2-tägige Wanderung umbuchen. Die netten Leute von Jungle King Trekking haben uns den Betrag für den 3. Tag sogar erstattet.

Am ersten Tag der Wanderung haben wir gemeinsam mit einer richtig netten achtköpfigen Wandercrew und unserer 22-jährigen Führerin Titi 16 km hinter uns gebracht. Es ging vorbei an Chili-Feldern, wunderschönen Landschaften und Dörfer mit süßen Kindern und nett grüßenden Bewohnern, und über beängstigend wackelige Bambusbrücken. Am späten Nachmittag erreichten wir das Ziel des 1. Wandertages, ein buddhistisches Kloster in den Bergen, wo wir auf und unter bunten Decken auf dem Boden übernachteten und das Badezimmer im Freien recht abenteuerlich aussah. Das Licht im Kloster ging gegen 20 Uhr aus, denn am nächsten Morgen brachen wir schon zeitig auf. Der morgendliche Nebel in den Bergen, der mehr und mehr von Sonnenstrahlen durchdrungen wurde, bot dabei eine wunderschöne Atmosphäre. Nach 14 km Wanderung kamen wir in einem Dorf an, wo wir nach dem Lunch ein langes Holzboot bestiegen, das uns erst durch Kanäle und dann über den atemberaubenden Inle See schipperte.

Bevor es am nächsten Abend mit dem Nachtbus nach Mandalay ging, unserem letzten Stop in Myanmar, habe ich den Inle See noch per Rad und Boot erkundet. Die Tour war anstrengender als gedacht, die Mittagshitze und müden Beine der letzten Tage haben dabei nicht geholfen, aber dass am Ende der Tour eine Verkostung in einem Weingut auf meinem Programm stand, hat mich dann doch motiviert, die Runde zu Ende zu fahren.

Gestärkt von der Weinprobe und einer weiteren Portion gebratenen Reis, haben wir die Nachtbusfahrt gut überstanden und sind am nächsten Tag in ein Flugzeug Richtung Thailand gestiegen. Und auch wenn uns Myanmar und vor allem seine Bewohner, die oftmals nur so wenig haben und trotzdem so zufrieden und fröhlich wirken, in den letzten 2 Wochen unglaublich begeistert haben, freuen wir uns darauf, das Tempo nun etwas raus zu nehmen und in den nächsten Tagen an den Stränden auf Koh Kood zu entspannen. Dazu bald mehr. 🙂

Vom Reisen mit Handgepäck zu versteckten Traumstränden

Nun ist der Tag also gekommen: Nachdem alle Vorbereitungen getroffen und all mein Hab und Gut in Schachteln verpackt war, stand ich vor der Herausforderung, alles was ich in den nächsten 6 Monaten brauchen werde, in meinen Handgepäck-Rucksack zu packen. Allen Leuten, die mir gesagt haben, das wird sich nicht ausgehen, habe ich ins Gesicht gelacht und jetzt stand ich da, der Rucksack schon voll mit den 3 Packsäcken mit meiner Kleidung und daneben liegend noch alle Kosmetika, Medikamente und Elektroniksachen. Da hab ich schon kurz überlegt, wie ich eigentlich auf diese blöde Idee gekommen bin, mit Handgepäck zu reisen und wollte schon meinen großen Rucksack herausholen – aber dann habe ich mich doch dazu entschlossen, dass ich das 8. T-Shirt, die Jeans-Shorts und die meisten Schminksachen nicht brauche, und dass ich das Schnorchel-Set auch unterwegs ausborgen kann. Letztendlich habe ich es also doch geschafft, alles in meinem 45L Rucksack und meinem Tagesrucksack unterzubringen – und immerhin, bis jetzt hat es mir an nichts gefehlt. 🙂

Nach fast 24h unterwegs, mit Umsteigen in Taipeh, sind wir in Yangon, der größten Stadt Myanmars angekommen. Wie das so ist, war schon die Taxifahrt nach Downtown Yangon ein Erlebnis: nachdem wir die Adresse am Handy hergezeigt haben, ich mit dem Bruder des Taxifahrers telefoniert habe und mir beide versichert haben, dass sie verstanden haben, wohin wir müssen, standen wir erst mal nicht in der 15. Straße, wo unser Hotel war, sondern in der 50. Straße. Etwas später sind wir dann aber doch in unserem Hotel angekommen, das klein und authentisch war und in dem das Personal (wie generell die Leute in Myanmar) sehr nett und zuvorkommend war. Westlich aussehende Leute haben wir in der Gegend unseres Hotels so gut wie nicht gesehen und auch bei unserem Spaziergang durchs „koloniale“ Yangon sind uns nur wenige davon untergekommen. Später bei einem Bier in der Traveller Straße haben wir doch noch ein paar Touristen gesehen. Und als wir uns am nächsten Tag zur Shwedagon Pagode, dem wichtigsten buddhistischen Bauwerk in Myanmar aufmachten, wussten wir dann auch wo sich die ganzen Touristen versteckt haben. Die Pagode ist aber auch wirklich sehr beeindruckend.

Bei Aufbruch aus Yangon am nächsten Tag, lies ich meinen ersten Eindruck von Myanmar noch einmal Revue passieren: auch in der größten Stadt des Landes fühlt man sich sehr sicher, und die Burmesen sind extrem freundlich aber nie aufdringlich. Überrascht hat mich, dass auch in Yangon Longyis (die Röcke die auch die männlichen Burmesen tragen) und Thanaka (die weiße Paste die Burmesen, vor allem Kinder und Frauen, im Gesicht tragen) sehr weit verbreitet sind.

Am nächsten Tag ging es dann um 4 Uhr früh mit dem Taxi los zu einer Busstation im Westen der Stadt, wo unser Bus zum Strand wegfuhr. Etwas mulmig war mir kurz zumute als wir noch im Dunkeln in der schlecht beleuchteten, sehr geschäftigen Busstation ankamen, aber im Wartehäuschen wurde uns von den schon wartenden Familien und ihren süßen Kindern mit einem Lächeln und Nicken ein freundliches „Hallo“ beschert. Die nächsten 6 Stunden fuhren wir dann mit einem klapprigen Bus der gefühlt alle 5 KM anhält um Personen oder Pakete ein- oder auszuladen, nach Ngwe Saung, einem Strandort der bei einheimischen Touristen beliebt ist. Dort angekommen, erwartete uns unsere sehr einfache Traveller-Unterkunft bei der man auch wirklich alles aus den Nebenzimmern durchhört, aber auch Traumstrände und romantische rosa Sonnenuntergänge. An Tag 2, der 4.1. – Unabhängigkeitstag in Myanmar, haben wir uns dann zwei rostige Fahrräder ausgeborgt um ans Nordende des Ortes zu fahren, wo wir einen versteckten Traumstrand ganz für uns alleine hatten. Wenn das bis zu diesem Punkt wie eine Werbeeinschaltung für Myanmar Tourismus klingt, liegt das wohl daran, dass Myanmar bisher genau das erfüllt, was ich mir erhofft habe: das Land und die Leute wirken sehr authentisch, es ist wenig touristisch und alles ist sehr erschwinglich, außerdem fühlen wir uns sehr sicher, die Burmesen sind außerdem extrem freundlich und haben immer ein Lächeln übrig.

Jetzt freue ich mich schon auf die nächste Destination: Heute Abend fahren wir mit zwei weiteren Bussen weiter nach Bagan, einer historischen Königsstadt und UNESCO-Weltkulturerbe weiter nördlich, wo 3822 Tempel und Pagoden auf uns warten.