Vietnam – Yoga, Entspannen und Essen

Von Mondulkiri im Norden Kambodschas ging es weiter nach Vietnam. Erstes Ziel: Dalat in Mittelvietnam, nur 150 km von Mondulkiri entfernt. Theoretisch. Denn da es keinen direkten für Ausländer benutzbaren Grenzübergang gibt, fuhr ich erst mal mit dem Bus 6 Stunden nach Phnom Penh, dann weitere 6 Stunden nach Ho Chi Minh City, wo ich mir am nächsten Tag einen Flug nach Dalat gönnte, da ich nicht nochmal 7 Stunden im Bus sitzen wollte.

Yoga Urlaub in Dalat

Dalat ist eine nette, kleine Stadt, idyllisch an einem See gelegen. Aber zur Besichtigung der Stadt war ich nicht hierher gekommen, sondern ich wollte in den nächsten 7 Tagen in den grünen Hügeln um Dalat meditieren und klassisches Yoga ausprobieren. Dass es ein fixes Programm gab im Yoga Zentrum, das ich gebucht hatte, hatte ich vorab gelesen, aber was dies genau bedeutete war mir im Vorhinein nicht richtig bewusst. Das Retreat war in einem richtigen Ashram, die Regeln des Ashrams waren auch von Urlaubern zu befolgen. Das hieß jeder Tag begann um 6 Uhr früh und endete um 21 Uhr mit 1,5 Stunden Satsang (Stille Meditation, Gesang und Theorie), dazwischen gab es verpflichtend Einheiten von traditionellem Yoga, Workshops/Theorie, Karma Yoga (=selbstlose Tätigkeit/Volunteering) und wer möchte Beratungsstunden. Nach dem 2. Tag überlegte ich mir ernsthaft das Handtuch zu werfen: das frühe aufstehen war mühsam, Yoga hätte ich vorher wohl mal ausprobieren sollen (während die ältere Dame neben mir ruckzuck im Kopfstand war, konnte ich mit ausgestreckten Beinen kaum meine Zehen berühren), und vor allem der Gesang und das Beten war für meinen Geschmack etwas zu spirituell. In meiner großteils schwarzen Kleidung fiel ich neben den weiß/gelben Outfits der im Ashram lebenden freiwilligen Mitarbeitern und den Teilnehmern einer gerade stattfindenden Yogalehrerausbildung eher ungut auf – es wird wohl die Meinung vertreten, dass Personen die Schwarz tragen, etwas zu verheimlichen haben.

Letztendlich habe ich mich doch dazu entschieden, die ganze Woche im Ashram zu bleiben und bin auch sehr froh darüber. Meine täglichen Spaziergänge im Wald, die Ruhe und das gesunde, vegetarische Essen taten mir gut. In den Pausen tauschte ich mich mit anderen Gästen aus und führte vor allem mit einer sehr lieben Kanadierin wunderbare Gespräche auf unserer Frühstücksbank im Pinienwald.

Ho Chi Minh City

Nach einer Woche ging es dann mit dem Bus zurück nach Hi Chi Minh City. An einer Raststätte wollte ich mir mein Mittagessen bestellen, konnte den Mitarbeitern aber nicht verständlich machen, dass ich kein Fleisch essen möchte. Ein netter älterer Vietnamese hatte das beobachtet, kann herüber, half mir beim Übersetzen, lud mich an seinen Tisch ein und bestand letztendlich auch noch darauf mein Essen zu bezahlen. Schon unglaublich wie nett manche Menschen sind!

In Ho Chi Minh hatte ich das Glück bei einem Bekannten aus Deutschland in seiner riesigen Expat-Wohnung im 22. Stock eines modernen Apartmenthauses übernachten zu können. Nachdem ich angekommen war, öffnete er erst mal eine Flasche Grüner Veltliner von seinem letzten Wienurlaub und daraufhin stürzten wir uns ins Saigoner Nachtleben und tranken den einen oder anderen Cocktail in hippen Rooftop Bars. Den Sonntag verbrachten wir am Pool seiner Apartmentanlage. Puh, ein hartes Leben. 🙂

Da es schon mein zweites Mal in HCMC war, konzentrierte ich mich in den nächsten Tagen darauf, vegetarisches aber authentisches Essen zu finden. Dazu buchte ich auch eine Streetfood Tour über Airbnb Experiences. Die gibt es auch in veganer Ausführung, zumindest wenn man es nicht ganz so genau nimmt, denn der leckere Papaya Salat den eine Frau von ihrem Moped verkauft, enthält Fleischstücke, die die Guides der Tour entfernten und selbst aßen bevor sie uns den Salat reichten. In den nächsten Tagen ging es weiter mit Sommerrollen, Banh Mi, Pho und extrem leckeren Coconut Coffee.

Ausflug ins Mekong Delta

Während der Woche machte ich einen 2 Tagestrip ins Mekong Delta. Da ich meine Recherchen für mein nächstes Land noch machen musste, buchte ich eine pauschale Tour dorthin. Großteils war diese wie erwartet. Fahrten durch Kanäle und der schwimmende Markt waren sehr interessant. Es gab immer wieder Stopps wo wir die Möglichkeit hatten etwas zu kaufen – zufälligerweise immer bei den besten Freunden der Guides. Genervt hat mich, dass wir bei einem Stopp die Möglichkeit hatten, Fotos mit einer großen Schlange um unseren Hals zu machen. Viele Mitglieder der Gruppe nutzten diese Chance gerne. Ich sah mir lieber an, wo die Schlangen hausten und fand nur ziemlich kleine, kahle Käfige vor. In meinem Feedback Formular am Ende der Tour machte ich meinen Unmut kund.

Für die Übernachtung hatte ich zum Glück ein Homestay statt eines Hotels gebucht und damit einen Volltreffer gelandet. Die Gastgeber waren extrem freundlich, die Bungalows sehr geräumig und das gemeinsame Abendessen lustig und sehr, sehr lecker. Besonders lustig wurde es, als zwei ältere Damen der Gruppe, nachdem wir vom Homestay Reiswein bekommen hatten, ihren von Zuhause mitgebrachten rumänischen Schnaps zur Verkostung hervor holten. Neben der Schönheit des Mekong Deltas waren es wieder die netten anderen Reisenden, die die Tour besonders schön machten.

Nachdem ich letztes Jahr schon einiges von Vietnam gesehen hatte, ging es nach zwei Wochen schon wieder weiter zu meiner nächsten Destination: ich wollte mit eigenen Augen sehen ob Bali so toll ist wie viele berichten oder mir vielleicht doch zu touristisch.

Alles Liebe,
Kati