Bagan, Kalaw und Inle See – Pagoden, Sonnenuntergänge, Wandergeschichten und eine leichte Lebensmittelvergiftung

Seit meinem letzten Bericht, habe ich einiges erlebt. Wir haben uns gefühlt 100 Pagoden und Tempel angesehen, haben vier weitere Langstreckenbusse genommen, haben eine kleine Lebensmittelvergiftung überstanden, sind von Kalaw zum Inle See gewandert und schließlich von Mandalay nach Bangkok geflogen.

Angekommen in Bagan und sobald wir uns nach unserer Nachtbusfahrt frisch gemacht hatten, sind wir auch schon aufgebrochen um die ersten Pagoden zu besichtigen, denn immerhin warteten über 3000 historische Bauten auf uns. Sobald die Sonne am Nachmittag tiefer steht, macht man sich in Bagan dann auf, um an einem „Sunset Spot“ zuzusehen wie die untergehende Sonne den Ort in ein mystisches Gold taucht. Nach diesem Erlebnis, ging es für uns jeden Abend mit dem Tuktuk weiter Richtung Old Bagan, wo es einige vegetarische Lokale gibt – eine willkommene Abwechslung für mich, nachdem ich die Tage davor hauptsächlich gebratenen Reis und gebratene Nudel gegessen hatte. Nach jedem Abendessen, also so um 19 Uhr, und da in Bagan abends überhaupt nichts los ist, waren wir dann froh über unser Hostel mit nettem Gemeinschaftsbereich, in dem man sich mit den anderen Reisenden austauschen und sich von den Besichtigungen im Pool erholen konnte. Ins Bett ging es trotzdem früh, denn um 5:30 Uhr ging es dann schon wieder los mit dem Tuktuk zum Sonnenaufgang-Schauen und Pagoden-Sightseeing – wobei sich unser Tuktuk-Fahrer als super Guide entpuppt hat.

Neben den historischen Bauten haben uns in Bagan mal wieder die unglaublich freundlichen Leute beeindruckt. Als mein etwas tollpatschiger Freund Paul sich am unebenen Boden einer Pagode den Fuß geprellt hatte und auf eine Bank zuhumpelte um dort auf mich zu warten, kamen ihm sofort 3 aufmerksame Burmesen zur Hilfe, die ihm Pflaster und Eiswürfel zur Kühlung anboten.

Voll mit neuen Eindrücken ging es nach 3 Tagen weiter mit dem Bus nach Kalaw, die Stadt die der Ausgangspunkt für unsere geplante 3-tägige Wanderung zum Inle See war. Davon ausgehend, dass das Essen in den nächsten Tagen eher einfach sein würde, leisteten wir uns an diesem Abend ein Essen bei einem „echten“ Italiener. Ausgerechnet diese bisher teuerste Mahlzeit unserer Reise hat uns dann jedoch beiden eine leichte Lebensmittelvergiftung beschert und mich dazu gezwungen den ganzen kommenden Tag im Zimmer zu verbringen. Fazit: Ab jetzt lassen wir das teure westliche Essen und speisen wo die Einheimischen essen. Am Tag darauf ging es mir dann aber zum Glück wieder besser und wir konnten auf eine 2-tägige Wanderung umbuchen. Die netten Leute von Jungle King Trekking haben uns den Betrag für den 3. Tag sogar erstattet.

Am ersten Tag der Wanderung haben wir gemeinsam mit einer richtig netten achtköpfigen Wandercrew und unserer 22-jährigen Führerin Titi 16 km hinter uns gebracht. Es ging vorbei an Chili-Feldern, wunderschönen Landschaften und Dörfer mit süßen Kindern und nett grüßenden Bewohnern, und über beängstigend wackelige Bambusbrücken. Am späten Nachmittag erreichten wir das Ziel des 1. Wandertages, ein buddhistisches Kloster in den Bergen, wo wir auf und unter bunten Decken auf dem Boden übernachteten und das Badezimmer im Freien recht abenteuerlich aussah. Das Licht im Kloster ging gegen 20 Uhr aus, denn am nächsten Morgen brachen wir schon zeitig auf. Der morgendliche Nebel in den Bergen, der mehr und mehr von Sonnenstrahlen durchdrungen wurde, bot dabei eine wunderschöne Atmosphäre. Nach 14 km Wanderung kamen wir in einem Dorf an, wo wir nach dem Lunch ein langes Holzboot bestiegen, das uns erst durch Kanäle und dann über den atemberaubenden Inle See schipperte.

Bevor es am nächsten Abend mit dem Nachtbus nach Mandalay ging, unserem letzten Stop in Myanmar, habe ich den Inle See noch per Rad und Boot erkundet. Die Tour war anstrengender als gedacht, die Mittagshitze und müden Beine der letzten Tage haben dabei nicht geholfen, aber dass am Ende der Tour eine Verkostung in einem Weingut auf meinem Programm stand, hat mich dann doch motiviert, die Runde zu Ende zu fahren.

Gestärkt von der Weinprobe und einer weiteren Portion gebratenen Reis, haben wir die Nachtbusfahrt gut überstanden und sind am nächsten Tag in ein Flugzeug Richtung Thailand gestiegen. Und auch wenn uns Myanmar und vor allem seine Bewohner, die oftmals nur so wenig haben und trotzdem so zufrieden und fröhlich wirken, in den letzten 2 Wochen unglaublich begeistert haben, freuen wir uns darauf, das Tempo nun etwas raus zu nehmen und in den nächsten Tagen an den Stränden auf Koh Kood zu entspannen. Dazu bald mehr. 🙂

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