Bali und Gili Air – erste Eindrücke vom wundervollen Indonesien

Echo Beach

Aus dem Fenster meines Apartments im 43. Stock schaue ich auf die Lichter des unter Ausgangssperre stehenden Kuala Lumpur. Heute Nacht schickt das österreichische Außenministerium eine Austrian Airlines Maschine um gestrandete Reisende aus Malaysia rauszuholen. Das bedeutet auch das vorläufige Ende meiner Reise. Die knapp 4 Wochen, die ich in Indonesien verbracht habe, wirken gerade so fern. Aber sobald ich die Fotos auf meinem Handy ansehe, ist meine Zeit in diesem wunderschönen Land wieder ganz präsent.

Indonesien hat mich begeistert, wie kaum ein anderes Land. Meine ersten Destinationen, Bali und Gili Air gaben dabei nur einen kleinen Vorgeschmack darauf, wie toll Indonesien eigentlich ist. Dabei stand dieses Land gar nicht auf meinem Reiseplan. Meinem Gefühl folgend, änderte ich meine Reisepläne in Vietnam und buchte in Ho Chi Minh einen Flug nach Denpasar, Bali.

Die ersten Tage auf Bali verbrachte ich im Puri Garden Hostel in Ubud, wo mich ein teures 4-Bett-Zimmer, aber dafür gratis Yoga und Massagen sowie ein toller Pool und viele gut aussehende Menschen erwarteten. In Ubud ist alles sehr stylisch und hip, aber ich merkte bald, dass dies nicht unbedingt die Art von Destination ist, die mich erfüllt. Ich nutzte das Angebot des Hostels kaum, da ich tagsüber Ausflüge mit meinem lieben Fahrer Redi unternahm. Wegen der Regenzeit, die allerdings kaum vorhanden war und erster aufgrund des Coronavirus ausbleibender Gäste, war vergleichsweise wenig los – ich will mir gar nicht vorstellen, wie Bali in der Hauptsaison aussieht, denn auf den Dschungel-Schaukeln, bei Hindu-Tempelanlagen und in den Reisfeldern tummelten sich auch jetzt scharenweise Touristen auf der Suche nach dem perfekten Instashot. Ich genoß das Schwimmen in Wasserfällen, auch wenn ich damit einige Fotos crashte, und das Meditieren in abgelegenen Tempeln. Auf unseren Fahrten erklärte mir Redi die balinesische Kultur und brachte mir ein paar Worte Balinesisch bei. Suksuma, Redi. 🙂

Nach ein paar Tagen in Ubud ging es weiter Richtung Süden – ich wollte ein paar Tage in Strandnähe relaxen und hatte den perfekten Ort dafür gefunden. Das Pererenan Nenah Guesthouse ist eine liebevoll gestaltete Unterkunft am Rande von Canggu. Mehrere Alleinreisende wohnten in den netten um den Pool gelegenen Zimmern mit eigenen Terrassen – ich fühlte mich ein bisschen wie in der 90er Fernsehserie „Melrose Place“. Das Guesthouse lag in Fußnähe zum Echo Beach, der zwar eher fürs Surfen als zum Schwimmen geeignet ist, aber wunderschöne Sonnenuntergänge und gemütliche Bars und BBQ Restaurants bot. Ich hatte außerdem das Glück, dass ein lieber kanadischer Gast in meiner Unterkunft, der die Gegend gut kannte, mir auf seinem Moped die Umgebung zeigte. In Nenahs Guesthouse fühlte ich mich so wohl, dass ich meine Abreise mehrmals verschob und sollte ich eines Tages wieder Bali besuchen, sicher wieder dorthin zurückkehren werde.

Nach Canggu ging es weiter zu den Gili Inseln. In Internet steht: Nach Gili Trawangan fährt man für Party, Gili Meno ist für Verliebte und Gili Air ist eine perfekte Mischung aus beiden – mit traumhaften Stränden, klarem Wasser und perfekt zum Schnorcheln. Die Entscheidung für Gili Air war also schnell gefallen. Auf der Insel war sehr wenig los und mit dem Wetter hatte ich etwas Pech. Mein im Inselinneren gelegener Bungalow mit Außendusche war sehr nett, aber bei strömendem Regen musste ich über die schmalen Pfade im teilweise kniehohen Wasser und kompletter Dunkelheit dorthin waten, sodass ich mein Heim abends am liebsten gar nicht verließ. Zum Glück hatte mein Bungalow eine schöne Terrasse mit Hängematte, in der ich gemütliche Stunden verbrachte. Zeitig frümorgens um vier weckte mich der Muezzin der benachbarten Moschee. Nach einem leckeren Frühstück borgte ich mir ein Rad aus. Zwar bleibt man auf den sandigen Wegen immer wieder mal strecken, sodass man absteigen und schieben muss, aber trotzdem ist es möglich die ganze Insel auf der es keine motorisierten Fahrzeuge gibt in ca. einer Stunde zu umrunden. Am letzten Tag ging ich noch mit Schnorchel und Flossen ausgerüstet auf Schildkröten-Suche und fand dabei zumindest viele bunte Fische und Korallen. Außerdem versuchte ich mich mal wieder im Yoga, was mir seit der Zeit im Ashram in Vietnam richtig Spaß macht.

Nach drei Nächten ging es dann weiter mit der Fähre auf die Insel Lombok, mit dem Plan, zuerst in den Surferort Kuta zu fahren. Doch es kam ganz anders als geplant…

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